Makroökonomie: Die Makroökonomie ist der Zweig der Wirtschaftstheorie, die die Probleme nicht vom individuellen Standpunkt aus betrachtet, sondern die Wirtschaft als eine Gesamtheit wirtschaftlicher Beziehungen begreift oder anders ausgedrückt als die Gesamtheit aller Teile. Es geht also um Fragestellungen, die das Funktionieren der gesamten Volkswirtschaft betreffen und damit um Probleme wie Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum, Preisstabilität und gerechte Einkommensverteilung.
Neoklassisches Modell: Das neoklassische Modell basiert auf der Hypothese, dass die Wirtschaft automatisch Vollbeschäftigung erreicht und somit das gesamtwirtschaftliche Angebot auf eine bestimmte Menge festgelegt ist, die völlig unelastisch auf Preise reagiert. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass die Preise völlig flexibel sind, so dass sie je nach Bedarf steigen oder fallen können, um die Ungleichheit zwischen gesamtwirtschaftlichem Angebot und Nachfrage automatisch zu korrigieren. Unter diesen Bedingungen wird eine Intervention über die Nachfrage abgelehnt, da sie nur zu Preissteigerungen führen würde.
Keynesianisches Modell: Das keynesianische Modell geht von der Überlegung aus, dass die Preise sehr starr sind, so dass sie von sich aus kein Gleichgewicht garantieren können. Daher kann es zu einer andauernden Situation mit konstanter Arbeitslosigkeit kommen. In diesem Fall ist es sinnvoll, durch eine Erhöhung der Nachfrage einzugreifen, um mehr Einkommen und Beschäftigung zu erzielen.
gesamtwirtschaftliche Nachfrage (auch aggregierte Nachfrage): Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ist ein makroökonomisches Maß für die Nachfrage nach allen in einer Volkswirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen. Sie wird ausgedrückt durch den Gesamtbetrag, der für diese Waren und Dienstleistungen bezahlt wird, bei einem bestimmten Preisniveau in einem bestimmten Zeitraum. Damit entspricht sie der Summe aus Gesamtkonsum, allen Investitionen und aller staatlicher Ausgaben.
gesamtwirtschaftliches Angebot (auch aggregiertes Angebot): Das gesamtwirtschaftliche Angebot ist die Menge an Waren und Dienstleistungen, die Unternehmen in einer Volkswirtschaft insgesamt auf den Markt bringen, zu dem jeweiligen Preisniveau. Viele Faktoren beeinflussen das Gesamtangebot: die Größer der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung, der Kapitalstock und die Technologie. All diese Faktoren bestimmen zusammengenommen das Produktionsniveau einer Volkswirtschaft.
Die Inflation: Die Inflation, d. h. der Verlust des Geldwertes, ist eine der Ursachen für Krisen in einer Volkswirtschaft. Die Bekämpfung der Inflation ohne die Beeinträchtigung von Wachstum und Beschäftigung ist eine ungelöste Herausforderung. Traditionell gibt es drei Haupterklärungen für die Inflation: den Nachfragedruck, der durch einen übermäßigen Ausgabendruck entsteht; den Kostendruck, der von den Kosten, hauptsächlich den Löhnen, ausgeht; und die strukturelle Inflation, die den Preisanstieg erklärt, der Teil der allgemeinen Natur des Wirtschaftssystems ist.
Prozyklische und antizyklische Politik: Diese Begriffe beziehen sich auf die jeweils von der Regierung angewandte Strategie, die positiv (prozyklisch) oder negativ (antizyklisch) korreliert ist, mit den Konjunkturschwankungen des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Eine prozyklische Fiskalpolitik liegt vor, wenn die Regierung während einer Wachstumsphase die öffentlichen Ausgaben erhöht und die Steuern senkt – während einer Rezession jedoch die Ausgaben senkt und die Steuern erhöht. Bei einer antizyklischen Fiskalpolitik hingegen werden bei guter Konjunktur die Ausgaben gesenkt und die Steuern erhöht, um die Inflation und die Verschuldung einzudämmen und in einer Rezession werden die Ausgaben erhöht und die Steuern gesenkt, um eine Nachfrage zu schaffen, die einen neuerlichen Aufschwung auslösen kann.
