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Die globale Situation war in dieser Zeit geprägt von Arbeitslosigkeit, Inflation, öffentlichen Defiziten,  Auslandsschulden und zunehmenden sozialen Unruhen. Eine globale Krise dieses Ausmaßes  erforderte entschiedene Reaktionen. Bereits in den 1970er Jahren begannen die Militärdiktaturen in  Lateinamerika die liberalen Maßnahmen anzuwenden, die sich später in der ganzen Welt verbreiten  sollten. Im Jahr 1989 fiel die Berliner Mauer und schließlich der gesamte sozialistische Block. Die allgemeine Arbeitslosigkeit schwächte die Arbeiterklasse sehr. All diese Faktoren bildeten die  politischen Voraussetzungen für einen Aufschwung, der in erster Linie dem Wachstum der Unternehmensgewinne dienen sollte. Den theoretischen Überbau dafür lieferten die neoklassischen  Prinzipien, die nun im Rahmen des sogenannten Neoliberalismus neu formuliert wurden. 

Neue Informationstechnologien und Regelungen für einen uneingeschränkten Waren- und  Kapitalverkehr ermöglichten die Globalisierung eines großen Teils der Produktion. Diese neue  wirtschaftliche Phase der weltweiten Vernetzung und der Vorherrschaft neoliberaler Ideen war die  eine Antwort auf die große Krise der 1970er Jahre. Sie öffnete auch die Tür zu einer neuen Ära, in  der sich Unruhen auf den Finanzmärkte fast völlig ungehindert ausbreiten konnten. Allein zwischen  1970 und 2003 (also schon in der Zeit vor der großen Krise im Jahr 2007) gab es 117 systemische  Bankenkrisen in 93 Ländern. Und in 17 Ländern kam es zu 113 Stress-Episoden auf den Finanzmärkten. 

Der De-Regulierungsprozess des Finanzsektors erlaubte den Banken die Verbreitung von qualitativ  minderwertigen, hochriskanten Finanzprodukten, die schließlich das gesamte internationale  Finanzsystem verseuchten. In den Vereinigten Staaten vergaben die Banken Hunderttausende von  Hypothekenkrediten zu sehr niedrigen Zinssätzen an Menschen in prekären finanziellen  Verhältnissen. Es handelte sich dabei um so genannten Subprime-Hypotheken, auch Junk Hypotheken oder NINJA-Darlehen genannt, vergeben an Menschen ohne Einkommen, ohne Arbeit  und ohne Vermögen. Diese Subprime-Hypotheken wurden umgewandelt und zu neuen  Finanzpapieren kombiniert, von den Banken Residential Mortgage Backed Securities (RMBS)  genannt, beziehungsweise Commercial Mortgage Backed Securities (CMBS), wenn es sich um  gewerbliche Hypotheken handelte. Sie wurden von Investmentfonds (die oft den Banken selbst  gehörten) erworben, die sie wiederum in neue Produkte umwandelten, wodurch eine perverse  Kette entstand, denn wenn die erste Hypothek nicht mehr bezahlt wurde, verloren alle  nachfolgenden Produkte sofort an Wert.  

Was Anfang 2007 geschah, war vorhersehbar gewesen: die Hypotheken wurden nicht mehr bedient,  so dass einige Banken schließlich Abschreibungen vornehmen oder sogar Konkurs anmelden  mussten. Nach und nach breitete sich die Ansteckung weltweit aus, der Kredithahn wurde  zugedreht, die Investitionen endeten, die Arbeitslosigkeit vervielfachte sich und die Regierungen  sahen sich 2008 einer weiteren globalen Krise gegenüber. Was als Finanzkrise begann, wurde zu  einer Krise der Realwirtschaft. Es fehlten Rezepte zur Bewältigung der Krise, alle Anzeichen wiesen  darauf hin, dass massive staatliche Eingriffe notwendig sein würden – was jedoch mit dem  herrschenden neoliberalen Denken kollidierte. 

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