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Deutschland ist zweifelsohne ein Aufnahmeland für Migration. Jeder fünfte Person in Deutschland stammt aus Migrantengemeinschaften. Besonders deutlich wird dies in der jüngsten Generation, wo fast ein Drittel der Kinder unter zehn Jahren aus dem Ausland kommen oder ausländischen Wurzeln haben. Die in Deutschland lebenden emigrierten Personen bilden keine homogene Gemeinschaft. Es gibt Gastarbeitskräfte, die auf der Grundlage von Arbeitsverträgen nach Deutschland gekommen sind, Familienangehörige, Vertriebene und Vertreibungsopfer, Angehörige der Europäischen Union, die sich aufgrund der Niederlassungsfreiheit in Deutschland ansiedeln, und in jüngster Zeit auch immer mehr Menschen, die internationalen Schutz beantragen. Deutschland ist gegenwärtig das zweitwichtigste Aufnahmeland für Menschen mit Migrationshintergrund (noch vor den USA). Die Zahl der in Deutschland lebenden ausländischen Menschen übersteigt die 8 Millionen, was 10 % der Bevölkerung ausmacht. Die größte Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund sind türkischer Herkunft (fast 2,8 Millionen). Mehr als die Hälfte von ihnen ist in Deutschland geboren und fast die Hälfte besitzt bereits die deutsche Staatsbürgerschaft. Dies prägt immer noch das Bild der deutschen Bevölkerung von Migrant*innen mit geringerer Qualifikation, die schlecht bezahlte Arbeit verrichten. Die zweitgrößte Einwanderergruppe sind Menschen aus Polen, die die Menschen aus Italien, Rumänien und Griechenland zahlenmäßig übertreffen. In den 1970er bis 1990er Jahren waren die größte Gruppe der Zuwanderenden Spätmigirierende Menschen mit deutschen Wurzeln, die in osteuropäischen Ländern und in der ehemaligen Sowjetunion gelebt hatten. Die wachsende deutsche Gesellschaft trägt dazu bei, dass die Zahl der Arbeitskräfte abnimmt. Der Zustrom vor allem junger Menschen bremst diesen Trend ab. Das Durchschnittsalter von ausländischen Personen und Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland ist niedriger als das Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung, die keinen Migrationshintergrund hat. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass sie gerade deshalb einen positiven Beitrag zum Staatshaushalt und zu den sozialen Sicherungssystemen leisten (4). Ihr Fehlen auf dem Arbeitsmarkt würde bedeuten, dass eine sinkende Zahl von Arbeitskräften – die Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zahlen – die wachsende Zahl von Rentenbeziehenden finanzieren muss und durch die Staatsverschuldung belastet wird. Dank der starken Zuwanderung nach Deutschland, einschließlich der Flüchtlinge, wird die Zahl der Erwerbstätigen in den kommenden Jahren steigen. Das Statistische Bundesamt teilt mit, dass die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland nur durch den regelmäßigen Zustrom einer großen Zahl von Migrant*innen (etwa 200.000 pro Jahr) wachsen kann. Bezogen auf einige Qualifikationen, Regionen und Branchen ist bereits jetzt ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zu beobachten. Dies betrifft derzeit 19 Berufsgruppen, wie z. B. den Gesundheits- und Pflegesektor, die Mechatronik- und Elektrik- und Elektronikbranche, das Baugewerbe und die Energieversorgung sowie die Kommunikations- und Logistikbranche (5). 

Nach einer langen Phase der Skepsis gegenüber der Aufnahme von Einwanderern in den deutschen Arbeitsmarkt bot die Einführung der sogenannten “Green Card” im Jahr 2000 (die die Aufnahme von qualifizierten Arbeitskräften, vor allem aus dem IT-Sektor, erleichtert), gefolgt von dem 2005 verabschiedeten Einwanderungsgesetz, neue Möglichkeiten für Fachkräfte, die nach Deutschland auswandern wollten. Im Jahr 2011 verabschiedete die Bundesregierung das Programm “Fachkräfte-Offensive”, um qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen. Sie umfasst fünf Handlungsfelder: Aktivierung und Sicherung von Arbeitsplätzen, Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Bildungschancen für alle von Anfang an, berufliche Bildung und Qualifizierung. Der letzte Punkt des Programms umfasst die “Integration und Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften” (6). Eine breite Informationskampagne begleitete das Projekt. Das Portal “Make it in Germany”, das in vielen Sprachen betrieben wird, versucht, qualifizierte Arbeitskräfte aus der ganzen Welt zu gewinnen. Zu seinem Angebot gehören eine Suchmaschine für offene Stellen und die Weltkarte mit Angeboten deutscher Einrichtungen auf allen Kontinenten (7).

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